Immobilienwirtschaft: Gebaute Welt für Menschen von morgen

slide01 slide02 slide03 slide04 slide05 slide06 slide07 slide08 slide09 slide10 slide11 slide12 slide13 slide14 slide15 slide16 slide17 slide18 slide19 slide20 slide21 slide22 slide23 slide24 slide25 slide26 slide27 slide28 slide29 slide30 slide31 slide32 slide33 slide34 slide35 slide36 slide37 slide38 slide39 slide40 slide41 slide42 slide43 slide44 slide45 slide46 slide47 slide48 slide49 slide50 slide51 slide52 slide53 slide54 slide55 slide56 slide57 slide58 slide59 slide60 slide61

WEG-Recht: Weniger belastende Nutzung erlaubt

Die Wohnnutzung eines Sondereigentums, das als Teileigentum definiert ist, kann zulässig sein. Dabei kommt es darauf an, ob die anderen Eigentümer durch eine Wohnnutzung stärker beeinträchtigt werden, als durch die erlaubte Gewerbenutzung. Im einem konkreten Fall, den das Landgericht München (LG München I, 12.05.2016, 36 S 6246/15) verhandelt hat, wäre ein Gaststättenbetrieb oder der Betrieb eines Fitnesscenters möglich gewesen. In der Teilungserklärung gab es keinerlei weitere Einschränkungen hinsichtlich der Art des Gewerbes. Daraus ergibt sich, dass eine ganze Reihe erlaubter Nutzungsarten die Einwohner des Gebäudes durch Publikumsverkehr, Lärm und Gerüche stärker belasten würden, als die Nutzung als Wohnung. Das Gericht entschied daher, dass die Einrichtung einer Wohnung möglich ist und stellte klar: Es kommt ganz maßgeblich auf die Auswirkungen der erlaubten und der geplanten Nutzung an. Werden die anderen Eigentümer durch eine Wohnung weniger beeinträchtigt als durch eine mögliche und erlaubte gewerbliche Nutzung, so dürfen sie die weniger belastende Nutzung nicht untersagen. Hintergrund: Wohnungseigentümer sind Mitglied einer Wohnungseigentümergemeinschaft. Sie verfügen jeweils über ein bestimmtes Sondereigentum, das als Wohnungs- oder Teileigentum im Wohnungsgrundbuch eingetragen ist. Maßgeblich für die Nutzung des Sondereigentums ist die Teilungserklärung. Diese regelt die gegenständliche und räumliche Abgrenzung sowie die Zuordnung der Grundstücks- und Gebäudeteile zum Sonder- und Gemeinschaftseigentum. Teileigentum ist ein Sondereigentum an Räumen, die nicht Wohnzwecken dienen. Die gesetzliche Definition des Begriffes Teileigentum enthält eine vorgegebene Zweckbestimmung, nämlich die Nutzung für Nicht-Wohnzwecke und damit allgemein für jede gewerbliche Nutzung, zum Beispiel als Laden, Büro, Keller, Bodenraum oder als Garage.